Artgerechte Haltung von Hund und Katze

Menschen lieben Tiere. Wir wollen unseren Katzen und Hunden ein bestmögliches Leben ermöglichen und von aktiven Zeiten profitieren, gemütlich mit dem geliebten Vierbeiner schmusen und uns über kleine Missgeschicke amüsieren. Damit Katzen und Hunde all diese schönen Momente mit uns teilen können, ist es wichtig, alles über die artgerechte Haltung von Hund und Katze zu wissen.

Ein Schäferhund gehört nicht in eine Einzimmerwohnung. Ein Chihuahua hat wegen seiner Neigung zu lockeren Kniescheiben und verengten Nasenräume keine gesundheitliche Kapazität für vierstündige Läufe neben dem Fahrrad, und Katzen entscheiden selbst, wo sie sich wohl fühlen: Ob Schublade, Regalfach oder Körbchen, das kann Mensch vorher selten sagen.

Aber wie sieht die artgerechte Haltung von Hund und Katze im Konkreten aus? Sind Katzen wirklich Einzelgänger? Reicht der tägliche Spaziergang mit dem Hund aus? Auf all diese Fragen wollen wir dir gerne Antworten geben.

Hunde und Katzen: Welche Ansprüche hat das Tier?

Noch bevor du dir einen Hund oder eine Katze anschaffst, solltest du dich mit der artgerechten Haltung von Katzen und Hunden auseinandergesetzt haben. Hunde und Katzen haben unterschiedliche Ansprüche, und aus Liebe zum Tier sollte sich niemand ein Tier anschaffen, der keine artgerechte Haltung auf Dauer garantieren kann.

Hunde können in kleinen Wohnungen oder in Zwingern nicht glücklich werden. Sie brauchen eine großzügige Wohnung oder ein komplettes Haus mit Hof, auf dem sie sich bewegen können. Hier gilt: Je größer das Tier, desto größer sollte der ihm zur Verfügung stehende Platz sein. Grundsätzlich ist es nicht wichtig, wie groß die Grundfläche deiner Wohnung ist, damit sich ein Tier darin wohlfühlen kann. Gerade bei Hunden ist der regelmäßige Auslauf wichtig. Eine kleine Rasse kann schon bei 45 Quadratmetern glücklich leben, einer größeren Rasse kann bei genügend Auslauf auch 60 Quadratmeter ausreichen. Je nach Hunderasse musst du dich täglich bis zu sechs Stunden mit dem Hund befassen und ihm Raum für freie Bewegung ermöglichen.

Hältst du Katzen, brauchst du mindestens eine Zweizimmerwohnung. Grundsätzlich müssen sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Aber bei der Katzenhaltung musst du vor allem bei der Ausstattung der Wohnung einiges beachten. Im Gegensatz zu Hunden können Katzen, die keine Freigänger sind, übrigens nicht alleine gehalten werden!

Die Artgerechte Haltung von Hunden

Die artgerechte Haltung von Hunden bedeutet nicht nur, dass du mit deinem Hund in einer ausreichend großen Wohnung zusammenwohnst, sondern auch, dass du deinem Hund gewisse Dinge zur Verfügung stellst. Ein Hund benötigt ein Körbchen, das sich an einem Ort befindet, der in Zimmertemperatur und ohne Zug gehalten ist. Gleichzeitig sollte sich das Körbchen an einem Ort befunden, an dem der Hund Kontakt zum Menschen hat. Idealerweise also im Wohnzimmer, wenn du dich dort am meisten befindest.
Jeder Hund braucht soziale Kontakte zu den Menschen und zu anderen Hunden. Letzteres kommt bei Spaziergängen oder in der Hundeschule zum Einsatz. Lasse deinen Hund nicht von Anfang an viele Stunden alleine. Gewöhne ihn schrittweise daran, dass du manchmal außer Haus bist. Generell darf der Hund nie mehr als ein paar Stunden allein sein. Kannst du ihn nicht mit in einen täglichen Vollzeitjob mitnehmen, brauchst du einen Hundesitter oder musst zumindest in der Mittagspause zurückkehren und dein Tier bespaßen.
Je nach Hunderasse ist der Auslauf sehr zeitintensiv.
Aktive Hunde brauchen zwischen drei und sechs Stunden Auslauf am Tag. Sie werden idealerweise in einem Haus mit einem großen Garten gehalten, in dem sie nach Belieben schnüffeln, graben und laufen können. Zu den sehr aktiven Hunden gehören sämtliche Jagdhunde sowie Border Collies, Labradore und Schäferhunde.
Mäßig aktive Hunde brauchen nur eine bis drei Stunden Bewegung am Tag. Hierzu gehören beispielsweise Terrier oder der Cocker Spaniel.
Yorkshire Terrier, Cockapoos oder Zwergpinscher beispielsweise gehören zu den ruhigen Hunden. Sie haben wenig Bewegungsbedarf. Ihnen reichen mehrere kurze Spaziergänge am Tag und sind nach einer eineinhalbstündigen Runde schnell erschöpft und schlafen viel.

Die Artgerechte Haltung von Katzen

Katzen kannst du auf drei verschiedene Arten halten. Die artgerechte Haltung von Hund und Katze unterscheidet sich an dieser Stelle nicht nur nach dem Auslauf, sondern auch nach den Anforderungen, die deine Wohnung für das Tier erfüllen muss.

Hältst du deine Katzen in der Wohnung, musst du dafür dreidimensional denken. Katzen nutzen die Wohnung nicht nach der Grundfläche wie wir Menschen, sondern klettern und springen liebend gern. So kann es sein, dass du eines Tages deine Katze sucht und sie auf fast zwei Meter Höhe auf dem Kleiderschrank sitzt und maunzt.

Richte für deine Wohnungskatzen mehrere Klettermöglichkeiten, Kuschelplätze und Wege ein, die du an der Wand in entsprechender Höhe montierst. Idealerweise können deine Katzen einmal durch einen gesamten Raum gehen, ohne den Boden zu berühren. Wenn du einen ganzen Katzenwandpark einrichtest, wirst du außerdem viel Spaß bei der Einrichtung haben.

Kannst du deine Katzen als Freigänger halten, gibt es hier zwei Möglichkeiten. Zum Einen gibt es den gesicherten Freigang, Dabei kann die Katze ein Freigehege oder einen katzensicheren Garten benutzen. Darin kannst du Naturstämme, Kratzbäume für draußen oder Höhlen platzieren.

Ob gesicherter Freigang oder Wohnungshaltung: Du brauchst mehr als nur ein Katzenklo! Katzen sind sehr reinliche Tiere, und sie wollen kein bereits benutztes Katzenklo nutzen. Außerdem nutzen sie für das große und das kleine Geschäft auch in der Natur zwei verschiedene Orte. Als Faustregel gilt: Ein Katzenklo mehr besitzen als du Katzen hast. Die Katzenklos müssen mindestens zwei Mal täglich gereinigt werden.

Je mehr Freigang deine Katze hat, desto weniger musst du deine Wohnung an sie anpassen. Ist deine Katze auf dem Dorf ein absoluter Freigänger, ist sie von morgens bis Abends unterwegs. In diesem Fall darf sie übrigens auch allein gehalten werden – und zwar nur dann. Traurige 69 % aller Katzen in deutschen Haushalten leben allein, und das ist keine artgerechte Haltung, wenn sie nicht fernab einer befahrenen Straße und als Freigänger gehalten werden.

Achte bei der Wahl deiner Katze unbedingt auf die Rasse. Einige Rassen können nicht als Freigänger gehalten werden, da ihre Immunsysteme durch die Züchtung zu schwach sind. Generell musst du deine Freigänger-Katze regelmäßig auf Zecken kontrollieren und mit ihr häufiger zum Tierarzt.

Share on facebook
Facebook
Share on google
Google+
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn